05.10.1994

Das Drama um den Sonnentempler-Orden

Dauer : [01'36''] Kommentar : Französisch Produktion: TSR Sendung : Téléjournal
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In der Nacht vom 4. Oktober 1994 zerstört ein Feuer einen Hof des Weilers Cheiry westlich von Freiburg, einige Stunden später geht im Ferienort Granges-sur-Salvan (Kanton Wallis) ein Haus in Flammen auf. Unter dem Schutt entdecken die Feuerwehrmänner schnell die verkohlten Körper von 48 Personen, darunter auch fünf Kinder.

Die Opfer sind alle Mitglieder der «Sonnentempler»-Sekte. Die Untersuchung stellt fest, dass es sich um Morde mit anschliessender Selbsttötung der Täter gehandelt hat. Mehrere Leichen weisen Schußwunden auf, anderen wurden Betäubungsspritzen verabreicht. Zur gleichen Zeit werden auch in Kanada in einem verkohlten Haus Anhänger der Sekte gefunden: Beim Massensterben kommen insgesamt 53 Anhänger der Sonnentempler, darunter die Sektenführer Luc Jouret und Joseph di Mambro, ums Leben.

Mehr als 14 Monate später sorgt der «Orden der Sonnentempler» erneut für Aufsehen: Einen Tag vor Heiligabend werden auf dem Plateau des Vercors-Massivs im Südosten Frankreichs die verkohlten Leichen von 16 Sektenanhängern entdeckt .

Die Sonnentempler – die Behörden rechnen mit bis zu 400 Mitgliedern, die der Wirren Lehre und dem apokalyptischen Kauderwelsch der Sekte verfallen waren – machten undurchsichtige Immobiliengeschäfte, verfügten über ungeklärte Geldquellen und ein verschlungenes Firmenimperium. Die Mitglieder lebten überwiegend konspirativ, ohne genaue Kenntnis der Hierarchie und wurden geschult, selbst ihre engste Umgebung zu täuschen.